Stern.de: Immer mehr Rentner haben einen Job. Im vergangenen Jahr gingen rund 660.000 Menschen zwischen 65 und 74 Jahren noch einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Das sind fast 240.000 mehr als im Jahr 2000.
Immer mehr Rentner gehen einer Erwerbsarbeit nach, um ihre Altersbezüge aufzubessern. Die Zahl der Senioren über 65, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, stieg von knapp 417.000 im Jahr 2000 auf fast 661.000 im Jahr 2010, wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Der Anteil der Senioren mit Mini-Jobs an allen Rentnern stieg von 3,0 auf 3,9 Prozent.
Nach Angaben der Linken benötigen auch immer mehr Alte zusätzlich zu ihrer Rente staatliche Grundsicherung. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger, bei denen eine Altersrente angerechnet wird, sei seit 2003 um über 113.000 Fälle oder 71,7 Prozent gestiegen. Dazu erklärte das Bundesarbeitsministerium, der Zuwachs seit 2003 sei auf eine bewusste Ausweitung dieser Sozialleistung und deutlich erleichterte Zugangsvoraussetzungen zurückzuführen, wie etwa dem Wegfall des Unterhaltsrückgriffs.
Anstieg "nicht so gravierend"
"Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnern", erklärte der Linken-Rentenexperte Matthias Birkwald. Das sei die "erschreckende Folge einer vollkommen verfehlten Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik". Die Rente müsse wieder den Lebensstandard sichern und zuverlässig vor Armut schützen. Deswegen müssten die Kürzungsfaktoren gestrichen und die Rente ab 67 zurückgenommen werden. Linken-Chefin Gesine Lötzsch bezeichnete die Zahlen vor Journalisten als "Alarmsignal". Sie forderte die Einführung einer Mindestrente.
Die Einführung einer Mindestrente ist für das Bundesarbeitsministerium aber kein Thema, wie eine Sprecherin sagte. Der Anstieg um 0,9 Prozentpunkte sei "nicht so gravierend". Zudem sei die Annahme nicht korrekt, die Erwerbstätigkeit nehme zu, weil die Rentner mit ihren Altersbezügen nicht auskämen. Es gebe vielmehr immer mehr Menschen, die ab 65 freiwillig weiter arbeiten möchten. Ein Anstieg von Altersarmut sei nicht zu erkennen.
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Dienstag, 23. August 2011
Montag, 22. August 2011
Rund 660 000 Rentner müssen dazuverdienen
Eine wachsende Zahl von Rentnern muss einem Zeitungsbericht zufolge noch dazu arbeiten oder die staatliche Grundsicherung beantragen, um über die Runden zu kommen.
Immer mehr Rentner kommen nach einem Zeitungsbericht nur mit einem Nebenjob finanziell über die Runden. Im vergangenen Jahr seien rund 660 000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren nebenher einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgegangen, schreibt die "Saarbrücker Zeitung" (Montag). Im Jahr 2000 habe die Zahl noch 416 000 betragen. Dies gehe aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor. Die Zahl von Rentnern mit kleinen Jobs habe demnach um 58,6 Prozent zugenommen.
400 000 Menschen im Alter über 65 Jahren beantragten und erhielten dem Bericht zufolge 2009 die staatliche Grundsicherung im Alter - ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber 2003, als es nur 258 000 waren.
Der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald, der eine kleine Anfrage zu dem Thema an die Bundesregierung gestellt hatte, sagte der Zeitung: "Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern." Gering bezahlte Arbeit führe direkt in die Altersarmut. Birkwald forderte, alle Rentenkürzungsfaktoren abzuschaffen, die Rente mit 67 zurückzunehmen und wieder Mindestentgeltpunkte für Langzeitarbeitslose und Niedrigverdiener einzuführen.
Das Sozialministerium kündigte für den Herbst einen "Regierungsdialog Rente" an. Anfang 2012 solle dann ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, mit dem das Rentensystem so angepasst werden solle, "dass Armutsgefährdung im Alter nicht zunimmt", teilte das Sozialministerium der "Saarbrücker Zeitung" auf Anfrage mit.
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Immer mehr Rentner kommen nach einem Zeitungsbericht nur mit einem Nebenjob finanziell über die Runden. Im vergangenen Jahr seien rund 660 000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren nebenher einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgegangen, schreibt die "Saarbrücker Zeitung" (Montag). Im Jahr 2000 habe die Zahl noch 416 000 betragen. Dies gehe aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor. Die Zahl von Rentnern mit kleinen Jobs habe demnach um 58,6 Prozent zugenommen.
400 000 Menschen im Alter über 65 Jahren beantragten und erhielten dem Bericht zufolge 2009 die staatliche Grundsicherung im Alter - ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber 2003, als es nur 258 000 waren.
Der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald, der eine kleine Anfrage zu dem Thema an die Bundesregierung gestellt hatte, sagte der Zeitung: "Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern." Gering bezahlte Arbeit führe direkt in die Altersarmut. Birkwald forderte, alle Rentenkürzungsfaktoren abzuschaffen, die Rente mit 67 zurückzunehmen und wieder Mindestentgeltpunkte für Langzeitarbeitslose und Niedrigverdiener einzuführen.
Das Sozialministerium kündigte für den Herbst einen "Regierungsdialog Rente" an. Anfang 2012 solle dann ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, mit dem das Rentensystem so angepasst werden solle, "dass Armutsgefährdung im Alter nicht zunimmt", teilte das Sozialministerium der "Saarbrücker Zeitung" auf Anfrage mit.
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